Ein Abend voller Musik, Freundschaft und Gänsehaut: Das war CHINA INN 2026 in der Laeiszhalle

Am Freitag, den 3. Juli 2026, fand das Abschlusskonzert der 10. Ausgabe des Internationalen Jugendmusikfestivals CHINA INN im Großen Saal der Laeiszhalle in Hamburg statt. Das Konzert dauerte von 19 bis 21 Uhr und bildete den Höhepunkt einer Woche voller musikalischer Begegnungen zwischen jungen Menschen aus Hamburg und Shanghai.

Für uns als Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Verständigung e. V. war dieser Abend etwas ganz Besonderes. Denn 2026 feierten wir gleich ein doppeltes Jubiläum: die 10. Ausgabe unseres Festivals – und 40 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai. Zwei Anlässe, ein Gefühl: Gelebter Austausch braucht keine großen Worte. Er braucht Noten, Stimmen und Begegnungen.

Rund 100 junge Gäste aus Shanghai – eine Woche voller Begegnungen

Vom 30. Juni bis 5. Juli 2026 waren rund 100 junge Musikerinnen und Musiker aus Shanghai zu Gast und musizierten gemeinsam mit etwa 100 Hamburger Schülerinnen und Schülern und machten die Laeiszhalle zu einem eindrucksvollen Symbol deutsch-chinesischer Zusammenarbeit.

Eine Woche lang wurde gemeinsam geprobt, gesungen, musiziert – und vor allem: einander kennengelernt. Über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg entstanden Freundschaften, die man am Konzertabend förmlich spüren konnte. CHINA INN verbindet seit mehr als einem Jahrzehnt junge Musikerinnen und Musiker aus Deutschland und China. Die diesjährige Veranstaltung war bereits die 10. Ausgabe des Festivals und zugleich die dritte Begegnung seit dem Ende der Pandemie – ein Zeichen dafür, dass der persönliche Austausch wieder fest etabliert ist.

Ein Grußwort, das Brücken baute

Vor dem Konzert begrüßte Generalkonsul Lin Dong die Gäste. In seinem Grußwort würdigte er die 40-jährige Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai und hob hervor, welche Bedeutung kulturelle Begegnungen für die Verständigung zwischen beiden Ländern besitzen. Seine Worte gaben dem Abend von Beginn an einen würdigen Rahmen – und machten deutlich: Was hier auf der Bühne passiert, ist mehr als ein Konzert. Es ist gelebte Völkerverständigung.

Charmant und mit viel Herz führten die beiden Moderatorinnen durch den Abend. Besonders ihre Gespräche mit den jungen Musikerinnen und Musikern gaben dem Publikum spannende Einblicke in die Festivalwoche und machten deutlich, dass hinter jedem Musikstück auch persönliche Begegnungen und neue Freundschaften stehen.

Fast zwei Stunden Programm – von Bach bis Michael Jackson

Und dann gehörte die Bühne den jungen Musikerinnen und Musikern. Das Programm spannte einen beeindruckenden musikalischen Bogen von europäischer Klassik über Musical- und Filmmusik bis hin zu traditionellen chinesischen Kompositionen.

Besonders eindrucksvoll waren die Beiträge des chinesischen Instrumentalensembles mit Instrumenten wie Guzheng, Pipa, Ruan, Suona, Sheng, Erhu, Liuqin und Yangqin. Ihre für viele Zuhörer ungewohnten Klangfarben verliehen dem Konzert eine ganz besondere Atmosphäre und machten die musikalische Vielfalt Chinas unmittelbar erlebbar.

Den Auftakt in die klassische Welt machten unter anderem Astor Piazzollas Ave Maria und das Vivace aus Johann Sebastian Bachs Konzert für zwei Violinen d-Moll (BWV 1043) – virtuos und mit spürbarer Spielfreude. Mit Auszügen aus Philipp Matthias Kaufmanns Maxi und die Monsterorgel wurde es verspielt und humorvoll, bevor Alan Menkens Filmmusik aus Die Schöne und das Biest für großes Kino im Konzertsaal sorgte.

Ein besonderer Moment war die Aufführung von San Zi Jing des Komponisten Ju Wang, der den Konzertabend persönlich besuchte. Bereits beim ersten CHINA INN Festival bereicherte er das Programm mit seinen Kompositionen und begleitet das Festival damit seit seinen Anfängen.

Emotional wurde es zum Finale: Bei We Are the World von Michael Jackson und Lionel Richie standen alle Mitwirkenden gemeinsam auf der Bühne – ein Gänsehautmoment, der die Botschaft des Abends besser zusammenfasste als jedes Programmheft. Mit Gabriel Kahanes Being Alive fand der musikalische Teil einen berührenden Abschluss.

Diese Ensembles standen auf der Bühne

Ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden, die diesen Abend möglich gemacht haben:

Aus Shanghai:

  • Shanghai Jincai Primary School Symphony Orchestra
  • Ensembles des Shanghai Youth Activity Center
  • Shanghai Yunduo Theatre Musical Ensemble

Aus Hamburg:

  • Chinesischer Chor der Modernen Schule Hamburg
  • Chinesischer Kinderchor Juni der chinesisch-Schule Hanhua
  • Kinder- und Jugendsingschule St. Michaelis
  • Coole ElbStreicher
  • Junge Musikakademie Hamburg
  • Jugend-Sinfonieorchester der Jungen Musikakademie Hamburg
  • Orchester des Heidberg Gymnasiums
  • Schulchor der Ganztagsgrundschule Am Johannisland

Ein Schlusswort mit Herz

Zum Abschluss des Abends trat unser Vorstandsmitglied Guosheng Liu ans Mikrofon. In seiner Abschlussrede dankte er allen jungen Musikerinnen und Musikern, den Lehrkräften und Ensembleleitungen, den Familien und dem Publikum – und erinnerte daran, warum die GDCV dieses Festival seit über einem Jahrzehnt mit so viel Herzblut organisiert: Weil Verständigung dort beginnt, wo Menschen sich begegnen. Und weil kaum etwas Menschen so unmittelbar verbindet wie gemeinsame Musik.

Danke! 💚

Ein Festival wie CHINA INN entsteht nicht von allein. Hinter diesem Abend stecken Monate der Vorbereitung, unzählige E-Mails, Proben, Absprachen und helfende Hände. Unser besonderer Dank gilt dem gesamten GDCV-Team rund um Isabelle Hansen für die großartige Organisation und der künstlerischen Leitung Fu Xiao – von der ersten Planung bis zum letzten Applaus.

Wir danken außerdem:

  • allen Ensembles, Chorleiterinnen und Chorleitern, Dirigentinnen und Dirigenten aus Hamburg und Shanghai,
  • dem Shanghai Youth Activity Center für den Start unserer Partnerschaft,
  • Der Shanghai Jincai Primary School, besonders Direktor Zhao, der zum Abschied bevor er in die Pension geht, extra nach Hamburg kam, für die langjährige Partnerschaft
  • dem Generalkonsulat der VR China in Hamburg für die Unterstützung und das Grußwort von Generalkonsul Lin Dong,
  • der Behörde für Kultur und Medien Hamburg für die Förderung des Festivals,
  • und natürlich unserem wunderbaren Publikum, das die Laeiszhalle an diesem Abend gefüllt hat.
  • Fotografien: ©Christina Körte

Wie es weitergeht

Zehn Ausgaben CHINA INN – und wir sind noch lange nicht am Ende. Die Freundschaften, die in dieser Festivalwoche entstanden sind, tragen weiter. Schon in wenigen Tagen geht die Reise weiter: Mit der Premiere von CHINA INN in Berlin feiert das deutsch-chinesische Jugendmusikfestival erstmals auch in der Hauptstadt seine Fortsetzung. Dort werden junge Musikerinnen und Musiker aus Deutschland und China die Idee des Festivals weitertragen und erneut zeigen, wie Musik Menschen über Länder- und Kulturgrenzen hinweg verbindet.

Und natürlich freuen wir uns schon jetzt auf die nächste Begegnung in Hamburg. Denn CHINA INN ist längst mehr als ein Konzert – es ist eine lebendige Brücke der Freundschaft zwischen Hamburg, Berlin und Shanghai.

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