Gigafactory von Gotion High-Tech in Göttingen eröffnet. Werkstattgespräch mit Dr. Ahmet Toptas, Leiter des Göttinger Werks von Gotion Deutschland

Eröffnung ist erst der Beginn eines engagierten Ausbau

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Der Standort des Batteriezellen-Herstellers Gotion in Göttingen umfasst eine Grundstücksfläche von ca. 174.000 m² und verfügt über eine bestehende Bruttogeschossfläche von ca. 40.000 m². Das Projekt soll in zwei Phasen errichtet werden: der Brownfield-Anlage und die Greenfield-Anlage mit einem jährlichen Produktionsziel von 6 GWh bzw. 12 GWh. Die erste Phase der Transformation der Brownfield-Anlage wird voraussichtlich Ende 2022 offiziell gestartet, und die erste Produktionslinie mit einer Jahreskapazität von 3,5 GWh wird im September 2023 offiziell in Betrieb genommen. Es wird erwartet, dass, nachdem die Anlagen des Werks vollständig in Betrieb genommen wurden, eine jährliche Produktionskapazität das Ziel von 18 GWh erreicht wird.

 

Energiespeichersystem für Haushalte sollen in Göttingen produziert werden

Schwerpunkt der Produktion sind zunächst Batterien für Elektrofahrzeuge. Doch Göttingen wird auch Produktionsstandort für neue Zukunftsprodukte. Bei der Eröffnungszeremonie stellte der Standort Göttingen GenDome vor, das erste tragbare Energiespeicherprodukt für Überseemärkte, und Gendock 3000, das erste tragbare mobile Energiespeicherprodukt mit großer Kapazität, das Sonnen- und Windenergie in Strom umwandeln kann. Es hilft Kunden nicht nur, den Energieverbrauch im Haushalt zu verwalten und den täglichen Bedarf von Haushalts- und Outdoor-Benutzern zu decken, sondern deckt auch 99 % des Strombedarfs der Kunden und senkt effektiv die Energiekosten. Das Energiespeicherprodukt für den Haushalt umfasst drei verschiedene Modelle, die vom internationalen Geschäftsteam von Gotion High-Tech entwickelt und hergestellt werden. In der Zukunft, es wird hauptsächlich auf den europäischen Markt abzielen. Der Haushalts-Energiespeicher soll lokal am Standort Göttingen gefertigt werden.  

 

  1. New Energy Economic Forum in Göttingen
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Am Tag der Eröffnungsfeier fand das 5. New Energy Economic Forum statt. Das Forum konzentrierte sich auf Themen wie die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Europa , die Energierevolution, den kohlenstoffarmen Übergang und den neuen Energiemarkt und zog hochrangige Führungskräfte vieler bekannter Unternehmen in der neuen Energiebranche, Universitätsprofessoren, Wissenschaftler und relevante Wirtschafts- und Politikbeamte an das Forum.

 

Li Zhen, Vorsitzender von Gotion High-Tech

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Zur Eröffnung kam Li Zhen , Vorsitzender von Gotion High-Tech, nach Göttingen angereist. Li kam direkt von einem Treffen mit dem argentinischen Präsident Alberto Fernandez. In dem südamerikanischen Land baut Gotion in Zuge seiner Regionalisierungstrategien ebenfalls Produktionsstätten auf. Bereits 2025 möchte Gotion ein Drittel seiner Produktion außerhalb Chinas in den jeweiligen Absatzregionen fertigen.

In Göttingen gab Li zusammen mit hochrangigen Ehrengästen und den Mitarbeitern des vormaligen Bosch-Werks das Startsignal für Anwendungsforschung und -entwicklung sowie der Produktherstellung von Gotion Battery in Deutschland. Der ehemalige Göttinger Bosch-Standort wird sich schrittweise von der bisherigen Produktion von Automobilteilen auf die Herstellung von Batterieanwendungsprodukten umstellen, was ein schwieriger, aber vielversprechender Prozess sei, sagte Li. Dabei gelte es, die bestehende Unternehmenskultur zu schützen, die Mitarbeiter für diesen schwierigen Prozess zu begeistern, die Entwicklung Göttingens aktiv mitzugestalten und die Produkttransformation zu beschleunigen. „Wir werden Chinas fortschrittliche Batterietechnologie mit Deutschlands fortschrittlicher Verfahrenstechnik kombinieren, um noch bessere Produkte zu schaffen und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit der Gesellschaft und Wirtschaft zu leisten, um damit den technischen Fortschritt und die Entwicklung der neuen Energieindustrie zu fördern,” so Li.

 

Wu Ken, Botschafter der VR China in Deutschland

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Botschafter Wu stellte in seiner Video-Grußbotschaft die Investition in Zusammenhang der in den vergangenen Jahren stark gewachsenen Handelsbeziehungen. In einem neuen Schritt würden diese durch Investitionen ergänzt. Es werde verstärkt in der Region für die Region produziert. Während bereits über 5.000 deutsche Unternehmen in China seien, hätten sich aus China etwa 2.000 Unternehmen hier niedergelassen. Diese Investitionen schufen nicht nur Arbeitsplätze und sorgten für Steuerzahlungen vor Ort, sondern brächten auch im Bereich Batterietechnik die neueste Technologie, welche in Forschungskooperationen in Deutschland weiterentwickelt werden.

 

Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen

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Niedersachsens Ministerpräsident Stepan Weil wies in seiner Videobotschaft darauf hin, dass China und Deutschland vor den gleichen Herausforderungen stünden. Besonders dringend sei auch ein CO2-freier Verkehr. Dies schaffe einen schnell wachsenden und gewaltigen Bedarf an leistungsfähigen Batterien und umweltfreundlichen Produkten.

Dass Gotion nach Niedersachsen kommt, dürfe auch mit den langen Partnerschaft mit Anhui zu tun haben, die älteste Partnerschaft eines Bundeslands mit einer chinesischen Provinz, so der Ministerpräsident.

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Petra Broistedt, Bürgermeisterin von Göttingen

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Besonders erfreut zeigte sich Göttingens Oberbürgermeisterin darüber, dass die Beschäftigten des ehemaligen Bosch-Werls eine langfristige gesicherte Zukunftsaussicht hätten. Die Investitionen in eine der modernsten Batteriefabriken der Welt spreche auch für den Wissenschaftsstandort Göttingen. Das Werk biete auch Potenzial für weiterte qualifizierte Arbeitsplätze, für die in der Region viele hochqualifizierte Mitarbeiter bereitstünden.

 

Dr. Ahmet Toptas, Leiter des Göttinger Werks von Gotion Deutschland

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Der Standort Göttingen werde produktorientiert sein, mit dem ultimativen Ziel, CO2-Neutralität zu erreichen sowie ein lokales Produktforschungs- und -entwicklungsteam in Europa aufzubauen, erklärte Werksleiter Dr. Ahmet Toptas. In Kombination mit der Entwicklung und Technologieorientierung des neuen Energiemarktes in Europa würden die Grundlagen für neue Energiebatterieprodukte erforsch und entwickelt, die den lokalen europäischen Markt bedienen. Dies konzentriere sich auf die Produktion von Busbatterien, Autobatterien, Energiespeicherbatterien und Mobiltelefonen, Ladegeräten und andere Serien von Produkten, erklärte Toptas. „Mit der fortschrittlichen Lithium-Eisenphosphat-Batteriezellentechnologie von Gotion High-Tech, zusammen mit erfahrenen deutschen Mitarbeitern, strenger Qualitätskontrolle und den hohen Qualitätsanforderungen Europas, beabsichtigen wir in Zukunft Kunden in den Bereichen Energiespeicherung, Nutzfahrzeuge und Personenkraftwagen zu beliefern, um die Nachfrage des neuen Energiemarktes in Europa zu befriedigen und Gotion High-Tech dabei zu helfen, die Expansion in Überseemärkte zu beschleunigen.”

 

 

Werkstattgespräch mit Dr. Ahmet Toptas, Leiter des Göttinger Werks von Gotion Deutschland

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Am 27. Juni war die große Eröffnungszeremonie des Gotion-Werks Göttingen. Was ist dort geplant?

In Göttingen werden wir neben der Produktion von Fahrzeugbatterien auch Speichersysteme und mobile Batterieeinheiten für Hausanwendungen produzieren.

Können Sie einige Kunden nennen?

Zum jetzigen Zeitpunkt wollen wir keine einzelnen Kunden hervorheben. Zu unserem Kundenkreis werden neben den Herstellern von Pkw, Lkw und System-Anbietern für Speichersysteme auch private Haushalte gehören. 

Gibt es mit diesen auch Entwicklungspartnerschaften?

In Göttingen wird am Anfang keine Entwicklung und auch keine Forschung im Bereich der Batterien existieren. Wir werden unsere Kräfte in die Restrukturierung der Infrastruktur, der Organisation und den Aufbau der Batteriefertigung investieren. Wenn die Produktion von Batterien anläuft, werden wir zum einen die Lokalisierung der Komponenten zu europäischen Lieferanten und zum anderen die Anpassungen mit unseren Entwicklungskollegen für den europäischen Markt und den neuen Kunden angehen.

Wie gewinnen Sie die vielen notwendigen Fachkräfte?

Wie im Rahmen der Zeremonie vorgestellt, haben wir viele Qualifikationen bereits im Werk. Weitere erforderliche Qualifikationen vor allem in Bezug auf die Produktion von Batterien werden wir zum einen in China in unseren chinesischen Werken als auch nach dem Aufbau in Göttingen mit der Unterstützung der hiesigen Universitäten und der chinesischen Kollegen erwerben.

Sind weitere Projekte in Europa geplant?

Ja, es sind weitere Projekte in Europa geplant. So wird aktuell darüber intern diskutiert, in welchen Ländern und Regionen ein Aufbau der Batterieproduktion als auch Zellproduktion sinnvoll darstellbar ist. Wie bereits im Rahmen des Forums als auch der Eröffnungszeremonie von Chairman Li dargestellt, ist der Bedarf in Europa riesig, und wir in Göttingen werden alleine diesen Bedarf nicht decken können. Für die finalen Entscheidungen werden viele Faktoren eine Rolle spielen:

1) Wo sind die Kunden?
2) Wie sind die Energiepreise in den Regionen/Ländern?
3) Welche Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern existiert?
4) Wie hoch sind die Arbeitskosten pro Erzeugnis?
5) Wie ist die Infrastrukturverbindung (Auto, Schiff, Flugzeug)?
6) Und vieles mehr.

Besten Dank für den eindrucksvollen Empfang und die spannenden Gespräche.

Text und Interview: Asia Media Service

https://battery-news.de/index.php/2022/06/29/gotion-plant-gigafactory-in-deutschland/ 

https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-06/56416507-gotion-high-tech-intends-to-invest-in-a-production-base-in-europe-with-an-annual-production-capacity-of-18gwh-008.htm

https://www.bloomberg.com/press-releases/2022-06-28/gotion-high-tech-intends-to-invest-in-a-production-base-in#xj4y7vzkg

https://www.goettinger-tageblatt.de/wirtschaft/regional/chinesischer-akku-hersteller-gotion-ubernimmt-gottinger-bosch-werk-JEXUPYEH3FAKZEV4DQBWZDLMPU.html

https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/aus-fuer-den-verbrennermotor-eu-umweltminister-auto-verbrenner-klima-100.html

http://world.people.com.cn/n1/2022/0628/c1002-32458589.html

https://www.prnewswire.com/news-releases/argentinischer-prasident-fernandez-trifft-vorsitzenden-von-gotion-high-tech-li-zhen-874820215.html 

Chinese battery maker Gotion to locate a third of its production abroad by 2025 (msn.com)

 

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