Durch Corona werden die Geschäfte mit China schwieriger. Gleichzeitig erschließen sich durch den schnellen technologischen Wandel neue Geschäftsfelder. Das erfahrene  der  Industrie – und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg beantwortet und zum Jahreswechsel dazu einige aktuelle Fragen.

 

An wen kann sich ein chinesischer Konzern wenden, wenn er an einem Projekt in Norddeutschland interessiert ist und zunächst nicht viele Standorte kontaktieren möchte?

  • Die German Industry & Commerce (AHK China) und Germany Trade & Invest (GTAI) bieten in enger Kooperation professionelle Unterstützung für chinesische Unternehmen und Privatpersonen, die in Norddeutschland investieren möchten.
  • Die IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) unterstützt und berät zudem branchenübergreifend Unternehmen in der Region.  Aktuell haben bereits über 140 Betriebe aus Lüneburg-Wolfsburg wirtschaftliche Verflechtungen nach China. Nachfolgend finden Sie einen Überblick zu den jeweiligen Leistungen und Unterstützungsangeboten:

AHK China

  • Die AHK China bietet Beratungen zur Unternehmensgründung in Deutschland und unterstützt chinesische Firmen im Detail beim Unternehmensaufbau in Deutschland.
  • Die professionelle Beratung und Hilfestellung der chinesischen und deutschen Mitarbeiter spart Unternehmen Zeit und vermeidet Probleme. 
  • Das German Desk greift auf ein ausgeprägtes Netzwerk und umfangreiche Erfahrung in Deutschland zurück. Die Spezialisten des German Desks unterstützen chinesische Unternehmen hierbei in folgenden Bereichen:
    • Trainings und Vorträge
    • Organisation von Delegationsreisen im Geschäftsumfeld vor Ort
    • Beschaffung eines potenziellen Kooperationspartners
    • Marktforschung und Business Development Beratung
    • Event-Planung und Durchführung
    • Investionen in Deutschland
  • Weitere Informationen zu den Dienstleistungen erhalten Sie unter: AHK Greater China

Germany Trade & Invest (GTAI)

  • Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing. Die GTAI wird gemäß eines Beschlusses des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.
  • Die GTAI stärkt Deutschland als Wirtschafts- und Technologiestandort durch die Ansiedlung ausländischer Investitionen.
  • Die Organisation berät und unterstützt chinesische Unternehmen, die eine Expansion in den deutschen Markt anstreben, und fördert etablierte Unternehmen in Deutschland, die einen Markteintritt im Ausland planen.
  • Germany Trade & Invest bietet umfangreiche und kundenorientierte Wirtschafts- und Branchendaten sowie Informationen zu Ausschreibungen, Investitions- und Entwicklungsprojekten sowie zu Justiz- und Zollbehörden.
  • Ob mit ausführlichen Informationen, Beratungsangeboten oder Unterstützung Ihres Projektmanagements – Die GTAI versteht sich als Wegbereiter, der deutsche und ausländische Unternehmen beim Auslandsgeschäft oder der Ansiedlung in Deutschland unterstützt.
  • Alle investionsbezogenen Dienstleistungen von Germany Trade & Invest werden mit höchster Vertraulichkeit behandelt und kostenfrei
  • Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite vonGermany Trade & Invest.

IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW)

  • Egal, ob es sich um Berufsausbildung, Innovationsberatung, Hilfe bei der Existenzgründung oder in Außenwirtschaftsfragen handelt, bei der IHKLW finden Unternehmer und solche, die es werden wollen, immer den richtigen Ansprechpartner. Von A wie Außenwirtschaftsberatung über M wie Mittelstandspolitik bis zu Z wie Zertifikatslehrgänge erhalten Sie hier Erstinformationen, Antworten und weiterführende Kontakte.
  • Gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit vertritt die IHKLW die Interessen der Wirtschaft in der Region und setzen sich für die Förderung sowie Weiterentwicklung des Standortes
  • Weitere Informationen sowie Ansprechpartner finden Sie auf der Webseite: https://www.ihk-lueneburg.de/

 

Welche Branchen können dabei besonders interessant sein?

  • Niedersachsen ist das zweitgrößte deutsche Bundesland. Mit der herausragenden Lage und Infrastruktur ist Niedersachsen ein attraktiver Standort für viele Unternehmen und verfügt über einen starken Mittelstand mit großem internationalem Exportanteil.
  • Mit 120.000 direkt Beschäftigten ist die Automobilindustrie der wichtigste Industriezweig in Niedersachsen. Nimmt man die Zulieferindustrie hinzu, sind mehr als 30 Prozent aller Industriearbeitsplätze – rund 250.000 – direkt von der Kraftfahrzeugherstellung abhängig. Die Volkswagen AG als größter Automobilkonzern Europas hat ihren Konzernsitz in Niedersachsen. Auch weitere namhafte Hersteller von LKW, LKW-Anhängern und Bussen produzieren in Niedersachsen. Die Automobilindustrie zieht zudem Beschäftigung im Dienstleistungsbereich nach sich, wie z. B. in der Logistik, der Finanzierung oder im Tourismus (ein sehr gutes Beispiel ist die „Autostadt“ in Wolfsburg).
  • Die Energiebranche, Maritime Wirtschaft und Life Sciences sind weitere Schlüsselbranchen mit hohem Innovationsgrad.
  • Als internationaler Messestandort ist die Landeshauptstadt Hannover gleichzeitig Magnet für Geschäftsleute aus aller Welt – besonders zur weltgrößten Industriemesse HANNOVER MESSE.
  • Niedersachsen setzt sich zudem mit großem Engagement für die globalen und nationalen Klimaschutzziele Bei den erneuerbaren Energien hat Niedersachsen eine Spitzenposition, insbesondere bei der Nutzung von Wind und Biomasse. Über 88% des Stromverbrauchs in Niedersachsen sind aus Windenergie, Biomasse- und Solaranlagen. 
  • Als Pionier der Sektorenkopplung erforscht und erprobt Niedersachsen die Gewinnung von grünem Wasserstoffaus erneuerbaren Energien.
  • Niedersachsen hat zudem als Energieland eine langjährige Tradition in der Erdöl- und Erdgasförderung.

 

Gilt dies auch für Elektromobilität?

  • Die Automobilindustrie befindet sich in einem Transformationsprozess, der sowohl die Antriebsform als auch die Nutzung selbst umfasst. Wesentliche Treiber dafür sind zum einen die Strategien zur Dekarbonisierung des Verkehrs in der Europäischen Union (EU) und in Deutschland.
  • Die Elektromobilität erlebt aufgrund dessen derzeit den prognostizierten zügigen Markthochlauf. Bis 2030 wird erwartet, dass bis zu 15 Millionen batterieelektrische E-Fahrzeuge und Plug-In-Hybride auf deutschen Straßen unterwegs sein werden.
  • Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist jedoch eine flächendeckende und auch zukünftig leistungsfähige Ladeinfrastruktur.
  • Die Bundesregierung hat deshalb gemeinsam mit den Ländern und der Industrie das Ziel formuliert, bis 2030 ein flächendeckendes Netz mit rund einer Million Ladepunkten zu errichten.
  • Niedersachsen fördert gemeinsam mit dem Bund die Schaffung zusätzlicher Ladepunkte sowohl im öffentlichen Raum als auch als Wallbox auf Firmen- und Betriebsgeländen. Diese Förderung unterstützt das Wachstum der Elektromobilität und damit den Automobilstandort Niedersachsen.

Was ist 2022 in Bezug auf die Wirtschaftskooperation mit China geplant?

  • Die Beziehungen zwischen Deutschland und China sind derzeit so intensiv wie nie zuvor. Dies gilt trotz der zurzeit schwierigen Rahmenbedingungen, insbesondere für die wirtschaftliche Kooperation zwischen den beiden Ländern.
  • Deutschland ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Chinas in Europa. Umgekehrt ist China wirtschaftliches Partnerland Nummer eins für Deutschland in Asien. 
  • Die Bedeutung der Volksrepublik China als weltpolitischer Akteur ist dabei in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Ob Umwelt- und Klimaschutz, Stabilität des internationalen Wirtschafts- und Finanzsystems oder die zukünftige Entwicklung der Staaten in Afrika – heute gibt es keine Herausforderungen von globaler Bedeutung mehr, denen ohne Beteiligung Chinas begegnet werden kann.
  • Deutschlandhat 2022 die G7-Präsidentschaft übernommen. Für den einjährigen Vorsitz in der Staatengruppe sieben führender demokratischer Wirtschaftsmächte hat sich die Bundesregierung einiges vorgenommen. Schwerpunkte werden der Klimaschutz, die Bekämpfung der Corona-Pandemie und grundsätzlich die internationale Zusammenarbeit Klar ist in diesem Kontext bereits jetzt schon, dass die Bewältigung der Herausforderungen nur gelingen kann, wenn man mit China kooperiert.
  • Deutschland setzt sich deshalb 2022 für eine Vertiefung der bilateralen Partnerschaft und der Wirtschaftsbeziehungen sowie die Entwicklung der EU-China-Beziehungen
  • Aus Sicht der Wirtschaft sollte sich die Bundesregierung darüber hinaus gegenüber internationalen Partnern – wie etwa China – noch stärker für die Schaffung eines Level-Playing-Fields beim Marktzugang und bei Investitionen Außerdem wäre es wichtig, Investitionen effektiv zu schützen.

Siehe auch: Niedersachsen-News – GDCV

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