Die kulturelle Prägung seiner Heimat prägt jeden Komponisten. Werkstattgespräch mit Yuji Yao

Herr Yao, können Sie uns bitte zunächst etwas über ihre Kindheit und Ausbildung in China erzählen?

Ich wurde in Enshi, Hubei, China, geboren, meine Mutter war Musiklehrerin. Unter dem Einfluss meiner Mutter begann ich schon in jungen Jahren Musiktheorie und Klavier zu studieren. Meine Heimatstadt ist ein Ort mit wunderschönen Bergen und Flüssen und Volksbräuchen. Es gibt dort viele lokale Bräuche und Volkskunst der ethnischen Minderheiten. Diese Kulturen sind subtil in meinem Kopf eingraviert und geben mir viel kreative Inspiration.

Warum zog es Sie ausgerechnet nach Deutschland?

Die deutsche Musikgeschichte hatte schon immer einen wichtigen Einfluss in Europa und der Welt. Deutschland hat im Laufe seiner historischen Entwicklung viele große Musiker hervorgebracht. Ich persönlich mag die deutsche Musikatmosphäre sehr. Seit ich als Student angefangen habe, und nachdem ich langsam in die moderne Musik eingestiegen bin, hatte ich auch die Idee, mein Studium in Deutschland fortzusetzen.

Chinesische Musikstudenten sprechen meist sehr gut deutsch. Wie haben sie das neben Ihrer Musik gelernt?

Vor dem Studium in Deutschland habe ich systematisch Deutschkurse belegt und die Deutschprüfung bestanden. Aber das Jahr, in dem ich die größten Fortschritte im Sprechen der deutschen Sprache gemacht habe, war, als ich nach Deutschland kam, um dies in einem Sprachkurs zu lernen. Daher fühle ich mich persönlich sehr wohl in der Sprachumgebung Dies ist sehr wichtig für das Erlernen einer Fremdsprache.

Was waren Ihre ersten Eindrücke in Deutschland?

Ich fühlte mich sehr ruhig. Vielleicht lag es daran, dass ich damals in ein fremdes Land kam, um zu studieren, und ich fühlte ein Gefühl der Einsamkeit in meinem Herzen.

Aber nun zu Ihren Abschlussarbeiten. Das war nicht einige, das waren mehrere sehr unterschiedliche Aufführungen . Wie entsteht diese Vielfalt?

Tatsächlich war der Gestaltungsstil meiner Werke in den letzten Jahren relativ einheitlich: Um zu viele identische Elemente in einem Konzert zu vermeiden, habe ich bei der Zusammenstellung der Werke möglichst viele unterschiedliche Kombinationen verwendet, um das ganze Konzert abwechslungsreich zu gestalten.

Bei aller Unterschiedlichkeit glaube ich doch eine gemeinsame Stimmung herauszuhören. Gibt es die?

Ja, diese Emotion mag eher ein persönliches Streben nach einem bestimmten Stil sein. Ich habe nach einem Gleichgewicht zwischen moderner Technologie und traditioneller Kultur gesucht und versucht, die Konnotation traditioneller chinesischer Musik mit einer zeitgenössischer Musiksprache zu interpretieren. Das soll auch sollte auch zum Nachdenken, zur Auseinandersetzung über die Integration von Welt- und nationaler Musiksprache. Ich glaube egal wo ein Komponist ist, die kulturelle Prägung seiner Heimatstadt ist immer bei ihm. Auch wenn wir traditionelle chinesische Musikweisen oder Musikmaterialien nicht direkt verwenden, werden sich kulturelle Prägungen natürlich in unserem kreativen Prozess offenbaren. Daher werde ich auch in meinen Werken den Begriff der „Fusion“ betonen und verschiedene musikalische Sprachen organisch kombinieren. Dies bildet bis zu einem gewissen Grad auch ein relativ “gleiches” Gefühl ab.

Beschreiben kann ich Ihre Kompositionen nicht, man muss sie hören. Oder können Sie ihre Musik in Worte fassen?

Tatsächlich wurde die musikalische Atmosphäre in meinen Werken nicht durch rigorose Berechnung „kontrolliert”. Daher ist es schwierig, sie mit Worten zu beschreiben. Wenn ich schreibe, verlasse ich mich mehr auf Wahrnehmungsdenken, um die Musik zu erfahren. Ich denke, diese Erfahrung ist die Anhäufung und eine kontinuierliche Schreiberfahrung, die sich allmählich durch das Hören einer großen Anzahl musikalischer Werke unterschiedlicher Stile und Arten entwickelt.

Bei manchen Kompositionen hatte ich Bilder vor den Augen, Stimmungsbilder wie im Film. Ist Filmmusik für Sie ein Thema?

In mehr Fällen verwende ich eine Perspektive, die näher an der persönlichen Ontologie liegt, anstatt ein bestimmtes Thema darzustellen. Aber ich mag Film-Soundtracks sehr. Ich liebe den Soundtrack zu Interstellar. Das hat gewissermaßen auch einen subtilen Einfluss auf mein Schaffen.

Was sind jetzt Ihre nächsten Projekte?

Ich beginne im September mein Doktoratsstudium am Shanghai Conservatory of Music und bereite mich auch auf die Schaffung neuer Werke vor.

Lieber Herr Yao, herzlichen Dank für ihre mitreisende Musik und das spannende Gespräch. Und viel Erfolg und eine gute Zeit in Shanghai.

ASIA MEDIA SERVICE

 

MASTERPRÜFUNG VON YUJI YAO

Klasse Prof. Xiaoyong Chen

Donnerstag 23.06.2022 20:00
HfMT, Orchesterstudio

 

”PianZhou” für Klarinette Solo

”PianZhou” für Klarinette Solo
Foto: Asia Media Service

“Streichquartett Nr.1” für Streichquartett

“Streichquartett Nr.1”
Foto: Asia Media Servicee
“Streichquartett Nr.1”
Foto: Asia Media Service
“Streichquartett Nr.1”
Foto: Asia Media Service
“Streichquartett Nr.1”
Foto: Asia Media Service


“Bounded in a nutshell” für Orchester

“Bounded in a nutshell” für Orchester
Foto: Asia Media Service

 
“Trio” für Klarinette Violine und Klavier

“Trio” für Klarinette Violine und Klavier
Foto: Asia Media Service
“Trio” für Klarinette Violine und Klavier
Foto: Asia Media Service


“Duo” für Schlagzeug-Duett

“Duo” für Schlagzeug
Foto: Asia Media Service

 

Mitwirkende:

KOMPOSITIONSABEND – 
MASTERPRÜFUNG VON YUJI YAO – MITWIRKENDE
Foto: Asia Media Service

Ennan Sun, Hai Zhang – Klarinette
Lijunyi Zhang, Mengying Xie – Violine
Lin Miao – Viola
MinJing Li – Violoncello
Nianyang Sun – Klavier
Jasiorowski Gabriel, Ruobing Sun – Schlagzeug

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here